Alpencross – Mit dem grünen Trikot in den Alpen

Mit dem Mountainbike über die Alpen – Alpencross Oberstdorf – Torbole

Nach einer intensiven 3 monatigen Vorbereitungsphase sollte es bereits Anfang Juni zu meinem dritten Alpencross losgehen. Eine eher frühe Zeit für eine Alpenüberquerung, da man auf den Pässen gegebenenfalls noch mit Schnee rechnen muss. Aufgrund der frühen Reisezeit waren wir (mein Bruder Dirk Jasper, Jens Janitschek und Werner Jahn) skeptisch, ob die von uns geplanten Etappen durchführbar sind, im speziellen die Uina-Schlucht (Schweiz), aber hierzu später mehr.

Die Anreise nach Oberstdorf erfolgte am Donnerstag 8. Juni mit Übernachtung im Gasthof Kühberg, wo wir auch unsere Autos für die Dauer unseres AlpenCross stehen lassen konnten. Alle waren gesund, motiviert und sehr euphorisch. So sollte es am Freitag morgen des 9. Juni 2017 auf den Spuren von Andreas Heckmair (er gilt als erster AlpenCrosser im Jahre 1989 ab Oberstdorf) auf die 1. Etappe über den Schrofenpass nach Zug im Vorarlberg/ Österreich gehen.

Unsere Bikes waren fit – dank des Teams von Campana. Unser Gepäck: Zwischen 7-11 kg auf dem Rücken.


Tag 1 des Alpencross: Oberstdorf – Schrofenpass – Zug am Arlberg

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Gasthof Kühberg brachen wir gegen 9:30 Uhr auf. Es ging erst mal durch den Ortskern von Oberstdorf und dann gemächlich entlang der Stillach in das Birgsauer-Tal. Am Ende des Tales dann die steile kurze Auffahrt ins Rappenalp-Tal, in dem wir dann bis an ans Talende fuhren. Ab hier folgte dann der Aufstieg zum Schrofenpass und es hieß die Bikes schieben oder tragen. Auch wenn das nicht viel mit Mountainbiken zu tun hatte, war es doch direkt am ersten Tag pures Abenteuerfeeling, und gehört aus meiner Sicht ganz klar zu einem Alpencross.

Der Aufstieg zum Schrofenpass ist ein „Wanderpfad“. Gemäß dem im Verlaufe des Pfades stehenden Spruches

Joram. Lieber Radlersmann,
kommst du an diesem Schrofen an trag dein Rad links,
dann gelingt`s,
trägst du aber rechts,
dann den Hals dir brechst

hält man sich zum Teil mit der rechten Hand an Stahlseilen fest, und führt/trägt das Bike an der linken Hand neben sich her. Ein falscher Tritt, und man würde den „Abgang talwärts“ machen, denn direkt links neben uns ging es mehr als 100 Meter abwärts.

Nachdem wir auch die berühmt berüchtigte „Aluleiter“ über einen Abschnitt der Schlucht gemeistert hatten, erreichten nach ca. 2 Stunden den Bergkamm, den Schrofenpass. Von dort ging es dann auf schönen Trails entlang dem Lech mit „Durchfahrung“ zweier Restschneefelder hinab nach Vorarlberg, wo wir am späten Nachmittag den Ort „Lech am Arlberg“ erreichten, der sich allerdings noch im „Winterschlaf“ befand. Da aufgrund dessen „bezahlbare“ Unterkünfte Mangelware waren, ging es nach einer kurzen Einkehr zwecks Auffüllung der Getränkespeicher im Interspar weiter nach Zug am Arlberg zu unserer Unterkunft „Pension Alwin“. Nach einer erfrischenden Dusche haben wir dann in einem der wenigen offenen Restaurants in Lech bei einem guten Abendessen die tollen Eindrücke der ersten Etappe unseres Alpencross auf uns wirken lassen.


Tag 2 des Alpencross: Zug am Arlberg – Spullersee – St. Anton am Arlberg – Ried im Inntal

Beim Frühstück in der „Pension Alwin“ erfuhren wir von unserer Wirtin, dass der Arlbergtunnel gesperrt war. Deshalb wurde der gesamte Kfz-Verkehr über die Arlberg Passstraße geführt. Das wiederum hatte zur Folge, dass die Passstrasse in der „Aufwärtsfahrt“ für alle Arten von Fahrrädern gesperrt war.

Da unsere geplante Strecke teilweise über die Passstraße verlief, waren wir ab Langen am Arlberg bis St. Christoph auf den eingerichteten „Bikeshuttle“ angewiesen. Schade. Keine Passüberfahrt mit dem Bike; keine Höhenmeter und keine Kilometer „fressen“.

Wir starteten also gut gestärkt bei gutem Wetter mit Werner’s original Tiroler Motivations-Schrei 😊. Es ging direkt ordentlich aufi, und schnell erreichten wir zwei Schneefelder, die den Weg versperrten und die es daher zu überqueren galt. Auf der Passhöhe angekommen ging es, wieder mit Werners Tiroler Motivations-Geschrei 😊, vor einer Traumkulisse abwärts zum Spullersee. Ab der Staumauer fuhren wir auf unserer geplanten Route weiter talabwärts. Schnell wurde jedoch aus dem Trail ein nicht zu fahrender Trampelpfad. Diese Pfade nennt man bei Komoot (unserem Planungstool) „open cycle map“. Erklärung hierfür: „in der Community entstanden, d.h. hier ist irgendwann mal jemand entlang gefahren“. Ein Biketrail war es jedenfalls nicht. Da wir weiter unten wieder einen „Weg“ erkennen konnten, haben wir uns trotzdem entschieden auf einem eigentlich nicht mehr erkennbaren Pfad bergab zu gehen/steigen/klettern und fanden uns kurze Zeit später mitten im buschigen Berghang wieder. Wir benutzten unsere Bikes, um uns treppengangartig abzustützen.

Der Pfad der Tugend

Nach einiger Zeit erreichten wir dann den „Pfad der Tugend“ 😊 und rollten von dort hinunter bis nach Klösterle und weiter bis Langen am Arlberg. Auf Grund der Vorwarnung, die wir ja in unserer Pension am Morgen erhalten hatten, bestellten wir am Bahnhof von Langen den angebotenen Bikeshuttle, der uns für 7,- €/p.P. und Bike die ca. 500 Höhenmeter über die für Biker verbotene Passstraße hinauf nach St. Christoph brachte. Vor Ort sahen wir die Polizei patroullieren und waren froh, auf das angedrohte Bußgeld bei Befahren trotz Verbot verzichten zu können.

Auf der Passhöhe in St. Christoph erwartete uns auf dem Parkplatz neben vielen Autos, Motorräder und Bussen der übliche Touristennepp mit piepsenden Murmeltierkuscheltieren und anderem Krimskram. Also war unsere Devise schnell weiter und bergab nach St. Anton. Nach einem kurzen Stop im Interspar, sowie Kaffee und Kuchen in einem kleinen Straßenkaffee von St. Anton (oder „Stanton“ wie der Amerikaner zu sagen pflegt  ) ging es bei bestem Wetter durch eine herrliche Kulisse talabwärts nach Landeck. Von hier aus waren es noch ca. 20 Km bis Ried im Inntal, die wir nach einem Stop in einem Eiskaffee bei herrlicher Nachmittagsonne entlang der Inn zurücklegten. Vor Ort dann Unterkunftssuche (nette Frühstückspension Haus Tirol) und erster Bikecheck, hier vor allem Check der Bremsbeläge.

Super Tag mit „netten“ Überraschungen und Kraxelpassagen 😊


Tag 3 des Alpencross: Königsetappe: Ried im Inntal – Sur En (Schweiz) – Uina Schlucht – Sesvenna Hütte (Südtirol)

Mit der heutigen Königsetappe des Alpencross sollte ein Traum in Erfüllung gehen: Die Uina-Schlucht.

Beim Alpencross 2013 mussten wir darauf leider wegen Gewitterankündigung verzichten und spontan umdisponieren.

Nach einem guten Frühstück starteten wir bei Kaiserwetter in Ried im Inntal. Es sollte erst mal einige km entspannt (?) an der Inn entlanggehen. Na ja, aus dem Fahrradweg wurde schnell ein schmaler Wanderweg, mit engen und „steilen“ bergauf Passagen oberhalb des Inn, so dass wir früh am Tag mal wieder zum Schieben gezwungen waren. Egal, dafür eine tolle Aussicht ins Inntal. Schon bald ging es auf Trails und Bikewegen entlang des Inn weiter Richtung Sur En. Die erste Auffahrt Richtung Nauders/Reschenpaß ließen wir links liegen, bevor wir einen kurzen „Getränkestop“ an der Burg „Altfinstermünz“ eingelegt haben.

Hier hatten wir einen tollen Blick auf die urtümlichen Gewalten des Inn, und hier die „Fischereigrenze“ zwischen der Schweiz und Österreich verläuft. Von Altfinstermünz ging es in Richtung St. Martina (Grenzübergang von Österreich zur Schweiz) und weiter über schöne Anstiegs-Wege mit herrlichen Aussichten nach Sur En, wo wir gegen 13 Uhr bei heißen 35 Grad erst mal pausieren mussten, um weitere Kräfte für den Aufstieg durch die Uina-Schlucht zur Sesvenna-Hütte (unserem heutigen Tagesziel) zu sammeln.

Gemäß Info des Hüttenwirtes der Sesvenna-Hütte (http://www.sesvenna.com/), die wir vor dem Start zu unserer Tour eingeholt hatten, sollte die Schlucht schneefrei sein. So brachen wir nach einem kühlen Getränk und dem ein oder anderen kräftebringenden Riegel in Richtung Uina-Schlucht und Sesvenna-Hütte auf. Zirka 12 km mit rd. 1200 Hm. Bei heißen Temperaturen ging es auf dem teilweise steilen Weg, der uns immer wieder zum Schieben unserer Bikes zwang, immer weiter in das enge, tiefe Tal und immer weiter hoch. Nach weiteren 2 Stunden erreichten wir die letzte „Raststätte“ vor der eigentlichen Schlucht, die Alpe „Uina Dadaint“. Nach einem letzten Snack bei typischen Schweizer Preisen (15 Euro für Apfelschorle und Käsebrot) und aufgefüllten Wasserflaschen ging es weiter. Schnell erreichten wir das Schild

„Ab hier Mountainbike tragen oder stossen“

Die Schlucht

Die Seitenwände der Schlucht wurden immer enger und steiler und der „Weg“ immer schmaler. Als wenn der liebe Gott mit seinem Daumen eine Furche in den Fels gezogen hätte. So sieht der Aufgang durch die Schlucht aus. Ohne Sicherung geht am Rand des Pfades über 100 Meter steil ab in die Tiefe. Atemberaubend. Die „Stille“ wurde nur durch das Tosen des Gebirgsflusses übertönt. Es ging durch kleine Tunnel weiter aufwärts, bis wir an die einzige nicht schneefreie-Stelle kamen.

Hier wurde es dann ernst: Ein vereistes Restschneefeld versperrte in einer engen Biegung komplett den eigentlichen Pfad. Und es gab keine andere Wegführung. Umdrehen war keine Alternative. Dies sollte die Härteprüfung unserer Alpentour werden. Es war nun Mut und Teamarbeit gefragt. Wir bildeten eine Kette von der einen Seite, wo der Weg vom Schneefeld versperrt wurde, über einen „Schneetrampelpfad“, der durch einen kleinen Fels geteilt wurde, auf die andere Seite des Restschneefeldes, wo der Weg weiter ging. Das Ganze nur durch ein vorhandenes, provisorisch angebrachtes Seil „gesichert“. Eigentlich mussten nur ca. 6 m überbrückt werden.

Jens auf der sicheren „Bergaufseite“, Dirk und ich jeweils rechts und links vom kleinen Fels im Trampelpfad im Schnee sitzend und als letzter Werner auf der „Bergabseite“. Mit dem Hintern im Schnee und den Füssen einen sicheren Tritt suchend, immer eine Hand am „Sicherungsteil“, nahm Dirk die Bikes von Werner mit langem Arm an, gab sie mit langem Arm an mich weiter, damit ich sie genauso an Jens weitergeben konnte. Und nicht nach unten schauen oder daran denken, dass der Schnee, auf dem man gerade versucht, einen festen Sitz zu finden oder mit dem Fuß versucht Halt zu finden, nachgeben und abrutschen könnte. Adrenalin pur, Anspannung bis ans Limit. Hier war es auch mal wieder sehr angenehm zu spüren was es bedeutet ein Carbon-Bike mit einer Hand von einem zum anderen Mann zu „wuchten“. 😊

Raus aus der Schlucht

Nach einer gefühlten Ewigkeit hatten wir es geschafft. Unsere Bikes und wir waren auf der anderen Seite des Restschneefeldes und es ging endlich weiter Richtung Sesvenna-Hütte.

Langsam ging es hinaus aus der Schlucht und wir erreichten gegen 18:30 Uhr die Hochebene. Die Schatten wurden mittlerweile schon länger. Begleitet durch das Rauschen der Wasserfälle der umliegenden Berge und das Pfeifen der Murmeltiere ging es noch ca. 1,5 Stunden weiter, bis wir erschöpft die Sesvenna-Hütte erreichten, wo wir für eine Übernachtung reserviert hatten.

Vom Hüttenwirt wurden wir mit einem Begrüßungsschnaps empfangen. Das „3-Gänge-Abendessen“ mit Vorsuppe, Spaghetti Bolognese und Nachtisch, war nach diesem anstrengenden Tag ein Festmahl für uns. Voller Eindrücke und erschöpft ging es früh in einem engen 4 Personen-Zimmer zu Bett. Vor lauter Erschöpfung habe ich nicht mehr dran gedacht, mir bei klarem Nachthimmel die Sterne anzuschauen. Nicht jeder konnte so gut schlafen wie ich. 😊 Königsetappe: Geschafft. Wahnsinn!


Tag 4 des Alpencross: Sesvenna Hütte (Südtirol) – Latsch – Tarscher Alm

Mit dem kräftezehrenden Vortag in den Knochen ging es nach einem überschaubaren einfachen Hüttenfrühstück (Frühstück von 6 bis 8 Uhr) hinunter ins Vinschgau. Heute konnten wir es entspannter angehen und genehmigten uns nach ein paar Kilometern in Glurns bei schönem südtiroler Ambiente den ersten italienischen Cappuccino. Herrlich. Weiter entlang der Etsch ohne nennenswerte Höhenmeter ging es bei heißen Temperaturen bis nach Latsch. Von Laatsch ging es hoch nach Tarsch, bei dieser Hitze waren die Beregnungsanlagen der Apfelplantagen, die uns immer wieder mit Wasser trafen, eine willkommene Erfrischung. Die letzten 1000 Höhenmeter hoch zu unserer Unterkunft Berghotel Tarscher Alm (1.920 M.ü.M.) überbrückten wir mit der angenehmen Sesselbahn und so konnten wir erstmalig einen „normalen“ Feierabend bereits um 16 Uhr bei Bier und südtiroler Köstlichkeiten auf der Hütte genießen. Aperol Spritz bei Sonnenuntergang. 😊

Der morgige Tag würde wieder knackig und voller Improvisation werden.


Tag 5 des Alpencross: Tarscher Alm – Tarscher Joch – Lana – Kaltern am See

Eigentlich sah unsere Route vor, von der Tarscher Alm entlang des Bergkammes zu fahren. Nach Rücksprache mit den „Locals“ und dem Hotelchef, wurde uns davon abgeraten, weil unfahrbar bzw. schlichtweg kein Weg vorhanden sein würde.

Alternativen: Wieder runter ins Tal und von dort weiter nach Kaltern oder hinauf zum Tarscher Joch und von dort über das Ultental Richtung Kaltern. Wir entschieden uns für den Aufstieg am Morgen zum Tarscher Pass auf 2543 M.ü.M.

Knackig war es, d.h. Bike schieben und tragen. Oben angekommen eine herrliche Aussicht ins Tal, kurzes Austauschen mit Wanderern und weiter ging es mit dem Abstieg ins Ultental. An biken war nicht zu denken, zu steinig, zu steil, zu verblockt. Aber auch der Abstieg mit Bike war eine Herausforderung Trittsicherheit war gefragt. Nach knappen 2 Stunden Abstieg erreichen wir die Kuppelwieser Alm und konnten nach kurzer Pause nun talwärts rauschen. Nach 2 „Plattfüssen“ bei Dirk und Jens fuhren wir in Lana den ersten Bike-shop an, wo wir Ersatzschläuche kauften. Auf Grund von Bremsproblemen bei der Abfahrt Richtung Lana, ließ Dirk vorsichtshalber seine Hinterradbremse checken, da er mittlerweile fast komplett keine Bremsleistung mehr hatte.

Neue Bremsen

Und so bekam er spontan im nächsten Bikeshop eine neue Bremse verordnet und montiert. Mittlerweise waren es 18.00 Uhr und so hatten wir noch 2 Stunden bis Kaltern am See, wo wir bereits die Pension Christl telefonisch reserviert hatten. Es war heiß, die Kräfte waren aufgebraucht und so mussten wir beißen, konnten aber auch noch die schönen Eindrücke durch die Apfelplantagen entlang der „Wein-Strasse“ bis Kaltern genießen.

Ankunft Kaltern 20:15 Uhr. Fix und fertig. Eine Abkühlung im hauseigenen Swimming-Pool und dann sofort Essen fassen in der nächst gelegenen Pizzeria.

Pizza, Pasta e basta 😊

Ein Wahnsinns-Tag.


Tag 6 Final Day beim Alpencross: Kaltern – Mendelpass – Trento – Torbole

Nach dem Frühstück ging es mit der Mendelbahn auf den Mendelpass. Atemberaubend die Strecke von Kaltern bis zur Passhöhe. Nach kurzer Aussicht und aufziehenden schwülen Gewitterwolken wählten wir die direkte Abfahrt und auf der anderen Seite des Tals Richtung Lago di Santa Giustina. Zum Teil war es schwierig den richtigen Track zu finden. So erwies sich die Mischung aus einem Garmin Edge 810 und der Navigation über die Komoot APP auf einem Smartphone als durchaus praktikabel.

Im weiteren Verlauf hat uns unser Navi einen Trail bergab geschickt, der immer buschiger und enger wurde. „Wir sind noch auf dem Track“, hieß es von unseren „Navigatoren“ Dirk und Werner. Dieser Trail endete dann irgendwann im „Nirgendwo“ an einem ca. 8 m breiten Bach, den es dann zu durchqueren galt. Also Schuhe aus, Kamera ans andere Ufer bringen, Aufnahme aktivieren, zurück, und dann Bike huckepack und rüber. Irgendwann trafen wir dann auch wieder auf einen Weg und Zivilisation. Glück gehabt, super Film-Material und weiter… 😊

Als unsere Trinkvorräte aufgebraucht waren, entschied ich mich, an der Küchentür einer Trattoria zu halten und freundlich nach Wasser zu fragen. Das scheint in Italien echt normal zu sein. So bekamen wir alle Trinkflaschen durch freundliche „italienische Mamas“ aufgefüllt und konnten einen Blick in die Küche werfen. Es roch verführerisch nach leckeren Köstlichkeiten. Gerne wären wir hier verweilt und die Spezialitäten gekostet. Aber wir hatten ja unser Ziel vor Augen 😊

Regen

Als wir dann in die Nähe von Trento kamen, fing es an wie aus Kübeln an zu schütten. Und das am letzten Tag! Also Regensachen an und weiter entlang der Etsch. Als der Regen in ein heftiges Gewitter überging, suchten wir Schutz unter dem Vordach einer Hütte. Und weiter, relativ stures dahinfahren mit „Knallgas“ bei Regen entlang der Etsch. Noch 25 km bis Rovereto. Die letzten Kilometer waren wirklich wie in einem Film. Ab Rovereto sah man den Auto-Rückstau Richtung Torbole. Nicht schön.

Irgendwann sind wir dann an der bei den AlpenCrossern bekannten Stelle in Nago angekommen, von der aus man ihn sehen kann. Den Lago. Wir lagen uns in den Armen, klitschnass, klatschten uns ab. Beseelt es geschafft zu haben rollten wir die letzten Meter hinunter bis ins Zentrum von Torbole, wo wir erneut im Hotel Orchidea reserviert hatten. „Chefe des Hauses“ sammelte erst mal alle nassen Sachen zum Waschen ein. Und ein kühles Bier hatten wir zum Glück vorher im Supermarkt noch gekauft. 😊


Die letzten Tage am Gardasee verbrachten wir mit Entspannung und ein paar einfachen Genießer-Touren am See. Es war vielleicht der interessanteste und schönste Alpencross, den ich bisher gemacht habe.

Warum: Weil die landschaftliche Abwechslung (besonders der Schrofenpass bei Oberstdorf und die Uina-Schlucht in der Schweiz) und auch die „Wanderpassagen“ einfach einmalig waren. Sieht man mal davon ab, dass die Tour nur am PC über Komoot geplant wurde, ist es doch Wahnsinn, dass alles so gut geklappt hat. Und der Rest, der nicht geklappt hat, war sowieso Abenteuer J

Den Rücktransport hatten wir gebucht über den Fahrservice-Süd. Top Service, professionelle Abholung in der Nähe es Hotels, professionelle Verstauung der Bikes und angenehmer Rücktransport bis Oberstdorf.

Mtb – to be continued 😊

Maik