
Das lange Warten hat nun endlich ein Ende. Nach langer Vorbereitung und Planung haben wir vor ca. einem Jahr schon das Flugticket und den benötigten PickUp für einen guten Preis gebucht.
Um möglichst flexibel zu sein und auch die tollen und vielfältigen Trails erreichen zu können, kamen wir an einem Auto nicht vorbei. Nach vielen Mails und Telefonaten mit dem Touristikbüro in Whistler hatten wir nun auch endlich unsere Bleibe in der Upper Village gefunden. Unser Appartement war nur zwei Minuten von dem Whistler Bikepark entfernt, besser konnten wir es nicht vorfinden.
Am 25. August ging es dann bei Temperaturen von 15 Grad und Regen von Frankfurt aus mit dem Flieger nach Vancover, Kanada. Nach 10 Stunden Flugzeit erwartete uns bei Sonne und 25 Grad - ein Traumwetter wo Marcus mit dem PickUp schon auf uns wartete.
Er war schon 3 Wochen früher in die Staaten gereist, um mit seiner Freundin eine Rundreise durch die USA zu machen. Koffer und Bikes wurden verstaut und nun ging es endlich ab in Richtung Whistler, dem Traum vieler Biker mit seinen unglaublichen und vielfältigen Trails.


Obwohl wir für die Anreise 25 Stunden benötigt haben und die Nacht mit nur vier Stunden recht kurz ausgefallen war, konnten wir es nicht mehr abwarten endlich in den Bikepark zu fahren.
Aufgrund des Jetlags waren wir dann schon um 5.30 Uhr im Park und hatten die Möglichkeit (alle anderen schliefen ja noch), in aller Ruhe den Contest Parcour des diesjährigen Red Bull Joy Ride (inoffizielle Freestyle MTB Weltmeisterschaft) uns anzuschauen. In den kommenden Tagen erkundeten wir den Bikepark mit seinem vielfältigen Angebot an Sprüngen und Stunts und konnten feststellen, was sich so alles seit unserem ersten Besuch in 2009 veränderte hatte. Im Gegensatz zu Europe gehört der ganze Berg, an dem der Bikepark zu finden ist, einem privaten Betreiber, womit lästige Verhandlungen und Gesetze einen ständigen Bau nicht behindern können.
Der Berg nennt sich Whistler Mountain und es steht den Bikern über 1.000 hm bei einer Gesamtlänge von 300 km an diversen Bikestrecken zur Verfügung. Von der „Legenderstand Sprunglinie“ der so genannten A-Linie bis hin zum technisch anspruchsvollen Downhill hat der Bikepark alles zu bieten, was des Bikers Herzen erfreuen kann. Kurz und gut: für uns ein Traumgebiet. Die langen Biketage im Park haben wir immer mit leckerem Essen und oft bei einem Bier im hauseigenen Whirlpool ausklingen lassen. Und so vergingen die ersten 10 Tage wie im Fluge, bevor wir uns den ersten Ruhetag gegönnt haben.
Nach den vielen Tagen auf dem Bike wollten wir doch auch noch etwas von der Umgebung, sowie Land und Leuten kennen lernen. Mit dem PickUp ging es nach Vancouver in die große Stadt. Neben Sightseeing und Shopen haben wir es uns nicht nehmen lassen, auch einige Stunden am Strand zu verbringen. Die Lage von Vancouver ist einfach nur atemberaubend: Meer vor der Tür und im Garten dann die hohen Berge. Ein super Ziel für den Outdoor liebenden Reisenden.
Nun wollten wir aber die weltberühmten North Shore Trails und die besten Trails in der näheren Umgebung erkunden. Kanada bietet einfach noch mehr als nur diesen Bikepark am Whistler Mountain. Verschiedene Ausflüge mit dem bepackten PickUp führten uns zu den schönsten und genialsten Bikestrecken, sowie zu den Mythen umwogenden Orten wie Pamperton, Squamish und die North Shore bei Vancouver. Überall konnten wir über eine Shotterpiste mit dem PickUp die Berge erklimmen und mit dem Bike die vielen Strecken abfahren. Einer war für den Shuttle zuständig und die anderen konnten die Abfahrten mit dem Bike geniessen. Einfach genial ist, dass man in jedem Bikeladen der Umgebung Bikemaps erwerben kann, damit man auch die von den Locals angelegten Trails finden kann.

In bester Erinnerung und unser Geheimtipp sind die Trails Rund um den Ort Squamish, welcher zwischen Vancouver und Whistler gelegen ist. Wir trafen dort auf super aufwendig angelegte und erbaute Trails wie z.B. „Half Nelson“ ein Trail welcher sich wie ein großer Pumptrack mit vielen Wellen, Sprüngen und super Kurven den Berg hinunter schlängelt. Oder „19th Hole“ hieß ein anderer Trail mit vielen Wurzeln gespickt, extrem steil mit einigen Sprüngen aber trotzdem super flowig.
Viele Stunden und jede Menge Zeit verbrachten wir mit dem gegenseitigen Filmen beim Biken. Dieser Film wird euch einen tollen Einblick und schönen Eindruck vermitteln, warum Kanada bei den Bikern ein so hohes Ansehen hat.
Auch das Nachtleben kam nicht zu kurz. Wir konnten in Whistler auch den Geburtstag von Ferdi in einem der besten japanischen Restaurants in Kanada feiern. Anschliessend ließen wir den Abend in einem Irish Pub bei Bier und Livemusik ausklingen. Auch wenn die Öffnungszeiten der verschiedenen Clubs und Pubs nicht mit Europa zu vergleichen sind, ab 2 Uhr morgens ist Sperrstunde angesagt.
Dank des tollen und traumhaften Wetters konnten wir Abkühlung in den schönen und vielzähligen Seen Rund um Whistler finden. Einen Vorgeschmack auf das Wildlife haben wir dann auch einen Tag erleben dürfen, wo wir mit den Bikes auf dem Heimweg auf eine kleine Bärenfamilie gestoßen sind. Zum Glück sind diese sehr scheu und haben mehr Angst vor uns, als wir vor denen auch wenn es einem etwas mulmig im Magen wird.

Durch die erworbene Lift „Session Karte“ vom Bikepark konnten wir alle Lifte in der Gegend kostenfrei nutzen, ob zum höchsten Gletscher auf 3000m Höhe (auch dort haben wir hin und wieder Bären sehen können) oder mit der Gondel von einem Gipfel zum anderen bei über 1.000.m Höhe. Dann hatten wir auch noch Glück und erwischten die einzige Gondel mit einem Glasboden, so dass wir einen tollen und gigantischen Blick über die Berge, Wälder und Täler der Gegend hatten.
Schade, dass auch für uns nach vier Wochen Kanada die tolle Zeit schnell vorbei war und wir uns im Flieger Richtung Frankfurt wieder gefunden haben. In diesem Sinne vielleicht auf ein Neues!
