Ab sofort NEU bei uns!

EPIC die schnellste XC Rennmaschine der Welt. STUMPJUMPER  FSR das legendärste Trail Bike der Welt. CAMBER alles was du brauchst und nicht brauchst. Egal ob 26“ oder 29“!
mehr>>>

ABSA CAPE EPIC – "the magical and untamed African
Mountain Bike Race"

Welcher Mountainbiker hat nicht schon von diesem legendären
Etappenrennen am Western Cape in Südafrika gehört?  mehr>>>

 

Für Schlechtwetter Helden:

Der Winter steht vor der Tür und wenn wir uns an letztes Jahr erinnern können, dann kann doch einiges auf uns zu kommen. Aber wer möchte schon für die folgenden Monate auf das Biken im Winter bei schlechten Wetterverhältnissen ganz verzichten. mehr>>>

Ein 3-Tages Etappenrennen

Über 200 km und mehr als 10000 hm Höhenmeter
mit Steigungen von bis zu 35%
waren dieses Mal zu bewältigen. mehr >>>

Absa Cape Epic

Hier findest du die geniale Galerie mit einmaligen Bilder vom Kult-Rennen in Südafrika. Überragende sportliche Herausforderung in traumhafter Landschaft
Schau es dir an...

mehr>>>

FOCUS RAVEN im Test - MTB-Marathon am Strand!

Wir haben freundlicherweise von Focus die Möglichkeit bekommen 2 Vorserienmodelle zu testen um uns ein Bild über die Fahreigenschaften der neuen 29 Zolllinie zu machen.  mehr>>>

Das Freeride-Paradies

Wir haben Whistler Mountain und Umgebung hautnah erlebt.
Seht unseren ausführlichen Reise-Bericht und "Crew-Film".
Wir hoffen euch rockt es genauso wie uns ;)
mehr >>>

Mit Sicherheit!

Es ist sinnvoll einmal in der Saison Profis über dein Rad schauen zu lassen.
Gib uns dein Bike in den Wintercheck für die nächste Saison ...
...einfach kurz anrufen wir helfen dir weiter! mehr>>>

Yukon Arctic Ultra

Sven’s Grenzgänger Bericht

Yukon Artic Ultra – der kälteste und längste Ultra Marathon der Welt

Eigentlich bin ich nur durch Zufall an die Startlinie des 300 Meilen langen Rennens auf dem legendären Yukon Trail gekommen. Mein Freund Stephan Kappes von Adventure Press hatte mich im Herbst 2003 angerufen und mir von dem Rennen berichtet und fragte mich, ob ich einem deutschen Athleten helfen könnte, dass richtige Bike für solch ein Rennen zusammen zu bauen. Ich war direkt begeistert und sagte sofort zu. In den kommenden Wochen informierte ich mich ein wenig über die Herausforderungen und was für ein Bike man bauen könnte, welches dem kanadischen Wetter mit  Schnee und Kälte standhalten könnte. Ich entschied mich für ein leichtes MTB mit Starrgabel und der Rohloff Speedhub (aufgrund der geringen Temperaturen nur gefüllt mit Spülöl), sowie mit Gepäckträger und der Möglichkeit es am Lenker zusätzlich beladen zu können, da bei diesem langen Rennen die Athleten Selbstversorger sind.


Kurz vor Weihnachten kam dann der Anruf von Stephan, dass der Sportler aus gesundheitlichen Gründen einen Rückzug machen musste,  aber doch die komplette Reise geplant und seitens der Kosten durch Sponsoren abgedeckt war. Da Stephan uns schon beim RAAM 2002 betreut hatte, wusste er um meine sportlichen Fähigkeiten und fragte, ob ich nicht einfach einspringen könnte und selber nach Kanada fahren könnte. Ich dachte mir: Ne tolle Sache! Und mit einer naiven Lockerheit, ohne wirklich zu Wissen, was auf mich zukommt, sagte ich nach Absprache mit meiner Frau, sofort zu.


Die letzten paar Monate der Vorbereitung liefen gut und ich war sehr zuversichtlich, dass ich dieser Herausforderung gewachsen sein könnte. Nach der Ankunft in Whitehorse brachten die letzten Tage der Vorbereitung aber eine neue Sicht auf die Dinge, die in den nächsten Tagen auf mich zukommen könnten. Alles was noch an Ausrüstung fehlte war vor Ort zu bekommen und anstatt der geplanten Klickpedale entschied ich mich für eine große Plattform Pedale um mit einem Adidas Winterstiefel und dicken komplett geschlossen Neopren Überschuhen zu fahren. Schon bei den ersten Ausfahrten waren ansonsten meine Füße komplett eingefroren.

Endlich ging es dann am 14. Februar los. Da dass Rennen wahlweise als Läufer, Skilangläufer oder Mountainbiker zu bewältigen war, zog sich das Feld schon nach wenigen Minuten auseinander. Alle gingen natürlich das Rennen viel zu schnell an und auch ich konnte mich nur schwer zurückhalten. Ich hatte mir vorgenommen so zufahren, dass ich nicht zu stark ins Schwitzen kommen würde um das Risiko einer Unterkühlung zu umgehen. Nach 4-5 Stunden war der erste Checkpoint erreicht und eine Zwangspause war angesagt. Der Veranstalter checkte noch einmal ob alle in der Lage waren auch in einer Extremsituation zu überleben.

Die Ausrüstung wurde noch einmal überprüft und jeder hatte die Möglichkeit etwas im Schlafsack und eigenem Biwak zu ruhen. Erst dann wurden wir der eisigen Nacht und dem einsamen Trail ausgesetzt. Schlagartig war man allein mit sich, seinem Bike und einer kleinen Stirnlampe auf dem Kopf dem Yukon Trail ausgesetzt. Von nun an kämpfte man mit dem Untergrund, dem hügeligen Gelände, der aufkommenden Einsamkeit und den merkwürdigen Geräuschen von knackendem Eis und heulenden Wölfen.

In der sternklaren Nacht kamen die ersten Anzeichen von Nervosität auf, als mein Getränkevorrat sich dem Ende neigte und ich mir mit Hilfe eines Gaskochers Wasser machen musste. Ich glaube keiner kann sich vorstellen, wie lange es dauert aus Schnee einen halben Liter Wasser zu kochen. Einige Stunden später, als ich eine der großen Seenplatten überqueren musste, sah ich ein Feuer am Horizont leuchten und der nächste Checkpoint war in Sicht.

Die Vorstellung von ein paar Stunden Schlaf an einem Lagerfeuer, einer warmen Suppe und heißen Getränk stimmten mich zuversichtlicher. Der zweite Tag fing an wie der letzte geendet hatte. Es war einfach nur mühsam voranzukommen. Nachdem die tiefen Minustemperaturen  der Nacht den Trail härter werden liesen, war bei traumhaftem Wetter tagsüber oft nur ein Schieben und Tragen des bepackten Rades möglich. Das war eigentlich nicht meine Vorstellung von einem MTB Rennen.

Trotz des „Haderns“ mit meinem eigenem Ich und dem ständigen Kampf gegen die aufkommenden Selbstzweifel erreichte ich den Ort Braeburn. Für viele war das Rennen schon zu Ende (100 bzw. 300 Meilen waren ausgeschrieben) für mich jedoch nur ein weiterer Checkpoint und noch 200 Meilen Wegstrecke zurück zu legen. Ich gönnte mir eine Pause, schlief das erste Mal nach 48 Stunden ein paar Stunden und gut gestärkt (mit einem Riesen Burger) ging es weiter. Von nun an sollte der schwierigste Streckenteil kommen und die Wettervorhersage war auch nicht berauschend.

Die Temperaturen sollten noch weiter unter die -20 Gradmarke fallen. Von Abwechslung war keine Rede, nur weiße Pracht überall. Ich kam gut voran und es kam auf einmal eine Euphorie in mir auf (dafür sollte ich später noch bezahlen müssen), der Trail war für die nächsten Stunden fahrbar, endlich war es Mountainbiken pur und ich erhöhte entgegen jeder Vernunft das Tempo. In der frühen Dunkelheit nach ein paar Seen und schwierigen Anstiegen aus der Seenplatte über die Uferböschung ging es entlang des Yukon dann in Richtung Carmacks.

Der eisige Wind machte mir doch erheblich zu schaffen. Das erste Mal hatte ich kein Wasser mehr und der Camelbakschlauch (trotz Neoprenhülle) und unter der Jacke getragen, war eingefroren. Mit Erschrecken musste ich dann auch noch feststellen, das sich eine Eisschicht unter der dicken Daunenjacke gebildet hatte. Was tun? Keine Schutzhütte weit und breit. Ein Zelt hatte ich auch nicht dabei, nur einen Schlafsack mit einem Biwak, aber ich musste trockene Kleidung anziehen, ansonsten wäre die Chance auf Unterkühlung und Erfierung möglich gewesen. An einer windgeschützten Stelle habe ich dann bei Minustemperaturen meine komplette Bekleidung gewechselt.

Es ging mir langsam wieder etwas besser und die Körpertemperatur stieg wieder an. Der Kampf ging also weiter. Doch es sollte noch schlimmer kommen. In der Nacht musste ich dann einen Fluß überqueren und dort erwartete mich jede Menge „Overflow“ (d.h. Eiseinbruch bis zu einer Tiefe von 60-80cm). Auch nach langem Suchen fand ich keinen anderen Weg,  als durch den Fluß, da der Trail auf der anderen Seite des Flusses weiterging. Keine Hilfe oder auch nur ein anderer Teilnehmer war in Sicht, ich war total auf mich alleine gestellt und musste schnell eine Entscheidung treffen. Wie sollte ich es vermeiden, dass bei diesen Temperaturen die Füße in Kontakt mit Wasser kommen könnten.

 

Da kam mir die Idee die Plastiktüten (Innentüten der Radtaschen) um die Füße zu binden und die Flussdurchquerung zu wagen. Ich schulterte mein Bike (Komplettgewicht mit Gepäck 25kg) und stampfte durch den Fluss. Ich brach immer wieder ein und war froh, dass die Plastiktüten dem Wasser standhielten. Von nun an ging es weiter und ich erlebte in der weiteren Nacht ein beeindruckendes Naturschauspiel mit den berühmten Nordlichtern über dem Yukon.

 

Zu meinem entsetzen zeigten sich doch jetzt erste körperliche Probleme und ich fühlte meiner Fingerspitzen an der linken Hand nicht mehr richtig.

 

Ich hatte keine Wahl, ich musste weiter und versuchen meine Körpertemperatur aufrecht halten. Endlich erreichte ich den nächsten Checkpoint in Carmacks und konnte das erste Mal wieder eine warme Dusche genießen. Ein warmes Essen und einige Stunden Schlaf erweckte meine Lebensgeister und es sollte weiter in Richtung McCabe Creek einer alten Schreiner Werkstatt gehen. Die körperliche Ermüdung und die bisherigen Strapazen spiegelten sich in Gesicht und an den Händen wieder. Ich glaube, so schlecht habe ich noch nie ausgesehen. Bei dem nächsten Checkpoint mussten sich alle Athleten  einer Untersuchung von einem Arzt unterziehen und er machte mich darauf aufmerksam, dass mit der Erfrierung meiner linken Finger nicht zu Spaßen sei und er mir raten würde das Rennen, wenn auch kurz vor dem Ziel, lieber abzubrechen. Noch stände einer kompletten Regenerierung nichts im Wege. Was sollte ich nun tun? Ein Rennen aufgeben, dass war mir bisher noch nicht passiert. Letztendlich siegte die Vernunft und ich entschloss ich mein Yukon Abenteuer hier zu beenden.

Ein kurzes Resümee nach solch einem Rennen:

      1.Der Kopf ist mindestens so entscheidend wie der körperliche Fitnesszustand

      2.der Kampf mit sich selbst und seinen Gedanken

      3.aufkommende Selbstzweifel

      4.eisige Temperaturen und kalter Wind

      5.Einsamkeit in einer unglaublichen Wildnis

      6.möglichen Kontakte mit wilden Tieren

      7.weiche und unbefahrbare Trails

      8.endlose Etappen

      9.Erfahrung in der freien Natur

 

Und es kommt immer anders als du denkst. Das Youkon Artic Ultra Race ist eben nicht mit einem normalem Langstrecken Renne zu vergleichen. Es gibt einfach keine Vollpension und ein „Rund um Wohlgefühl Paket“ zu buchen.

 

Ich bin nun um eine Lebenserfahrung reicher und  mir sicher, dass es Dinge gibt, die man nicht ein zweites Mal machen muss.